
Vielleicht war es nur eine kurze Recherche oder ein Textentwurf. Eventuell eine Zusammenfassung oder eine Idee, die schneller sortiert werden sollte. Möglicherweise eine Power Point erstellt oder eine E-Mail vorformuliert.
KI ist längst im Arbeitsalltag angekommen. Oft leise, nebenbei und ganz praktisch.
Für unser Team konnten wir dies feststellen:

Allgemein:

Doch genau dann beginnt die eigentliche Frage:
War das schon echte Anwendung? Oder war es erstmal ein hilfreicher Moment?
Gerade wenn wir an die neuen Buzzwords denken: KI-Agent, KI-Workflows …
Diese Frage beschäftigt uns bei TeleskopEffekt gerade sehr. In Workshops, Gesprächen und Innovationsformaten erleben wir: Die Neugier auf KI ist groß. Die ersten Erfahrungen sind da. Nur ist der nächste Schritt oft unklar.
Was machen wir jetzt konkret damit? Wo entsteht wirklich Nutzen? Welche Prozesse verändern sich? Welche Kompetenzen brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Und wie wird aus einer Idee ein belastbarer Use Case? Sind die Ergebnisse qualitativ hochwertig?
Für diesen Beitrag haben wir aktuelle Studien und Auswertungen betrachtet, die unterschiedliche Perspektiven auf KI Nutzung, KI Umsetzung und KI Kompetenz in Unternehmen werfen. Der Bitkom Studienbericht „Künstliche Intelligenz in Deutschland“ zeigt, wie Unternehmen in Deutschland KI bewerten, einsetzen oder planen und welche Hürden sie aktuell sehen. Der KI Index Mittelstand 2025 richtet den Blick auf mittelständische Unternehmen und macht sichtbar, wie weit KI Nutzung, Pilotierung, Implementierung und strategische Planung im Mittelstand fortgeschritten sind. Die Studie „KI Kompetenzen in deutschen Unternehmen“ von Stifterverband und McKinsey untersucht, welche Kompetenzen Unternehmen brauchen, um das Potenzial von KI besser auszuschöpfen. Der Microsoft Work Trend Index 2024 zeigt, wie stark Generative KI bereits im Arbeitsalltag von Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeitern angekommen ist und wo Organisationen noch vor der Aufgabe stehen, aus individueller Nutzung geschäftliche Wirkung zu erzeugen. Die Untersuchung „How People Use ChatGPT“ von OpenAI und NBER analysiert, wie ChatGPT tatsächlich genutzt wird. Besonders relevant sind dabei die Bereiche Schreiben, Informationssuche und praktische Orientierung. Der Anthropic Economic Index gibt Einblick, ob KI eher unterstützend wirkt oder Aufgaben vollständig automatisiert.
Aus diesen Studien ergeben sich vier Erkenntnisse, die für den Transfer von KI in Unternehmen besonders relevant sind.
Vier Erkenntnisse, die zeigen: KI braucht Transferkompetenz.
Der Bitkom Studienbericht „Künstliche Intelligenz in Deutschland“ zeigt: Viele Unternehmen sehen KI als wichtige Zukunftstechnologie. Gleichzeitig bestehen weiterhin konkrete Hürden beim Einsatz, etwa rechtliche Unsicherheit, fehlendes technisches Know how und fehlende personelle Ressourcen. Auch der KI Index Mittelstand 2025 zeigt, dass sich viele mittelständische Unternehmen mit KI beschäftigen, jedoch nicht alle bereits konkrete Pläne oder vollständig implementierte Anwendungen haben. Das macht deutlich: Interesse allein reicht nicht. Unternehmen brauchen Anwendungsnähe. Sie sollten erkennen, wo KI im eigenen Alltag einen Unterschied machen kann. In Prozessen. In Kommunikation. In Entscheidungen. In Wissensarbeit. In Kundenbeziehungen. Oder in der internen Zusammenarbeit.
Unsere Einschätzung: KI wird dort wirksam, wo sie an echte Aufgaben anschließt. Ein allgemeiner Impuls kann Neugier schaffen. Transfer entsteht meist erst, wenn Unternehmen ihre eigenen Anwendungsfelder erkennen und bewerten können.
Unser Tipp: Starten Sie nicht mit dem Tool. Starten Sie mit einer konkreten Aufgabe. Fragen Sie: Wo verlieren wir Zeit? Wo wiederholen sich Tätigkeiten? Wo brauchen wir bessere Entscheidungsgrundlagen? Wo liegt Wissen vor, das noch nicht gut nutzbar ist?
Dort beginnt sinnvolle KI Anwendung.
Aus dem Bitkom Studienbericht können wir entnehmen, dass ein wachsender Anteil der Unternehmen KI bereits nutzt oder den Einsatz plant beziehungsweise diskutiert. Der KI Index Mittelstand 2025 macht die Umsetzungslücke noch konkreter: Viele Unternehmen testen oder pilotieren KI, nur ein kleiner Teil hat KI vollständig implementiert. Gleichzeitig fehlen in vielen Unternehmen noch konkrete KI Pläne. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Die Hürde liegt nicht mehr nur in der Akzeptanz. Viele Unternehmen sind bereits offen und sehen das Potenzial. Viele probieren aus. Daraus entsteht noch nicht automatisch eine verankerte Anwendung.
Unsere Einschätzung: Zwischen „Wir finden KI spannend“ und „KI verändert unsere Arbeit sinnvoll“ liegt ein großer Schritt. Genau dort braucht es Struktur, Priorisierung und Transferarbeit.
Unser Tipp: Machen Sie aus Interesse eine kleine Umsetzungslogik. Sammeln Sie drei mögliche KI Anwendungsfelder. Bewerten Sie diese nach Nutzen, Aufwand und Umsetzbarkeit. Wählen Sie einen kleinen Fall aus, der schnell testbar ist. Und legen Sie vorher fest, woran Sie erkennen, ob der Test erfolgreich war.
So wird aus Akzeptanz ein erster Umsetzungsschritt.
Der Microsoft Work Trend Index 2024 zeigt, dass Generative KI bei Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeitern bereits breit angekommen ist. Viele Beschäftigte nutzen KI also längst im Arbeitsalltag. Die Untersuchung „How People Use ChatGPT“ von OpenAI und NBER zeigt außerdem, dass typische Nutzungsbereiche von ChatGPT eng mit Wissensarbeit verbunden sind. Besonders häufig geht es um Schreiben, Informationssuche und praktische Orientierung. Demnach: KI findet bereits statt. Oft zunächst individuell. Für eine Organisation entsteht daraus jedoch erst dann Wirkung, wenn Einzelanwendungen sichtbar gemacht, geteilt, bewertet und in gemeinsame Arbeitsweisen überführt werden.
Unsere Einschätzung: Viele Organisationen haben längst erste KI Nutzung. Was häufig fehlt, ist der Transfer in gemeinsame Praxis. Die eigentliche Frage lautet daher nicht nur: Wer nutzt KI? Sondern: Was lernen wir als Organisation daraus?
Unser Tipp: Machen Sie KI Nutzung sichtbar. Fragen Sie im Team: Wofür nutzt ihr KI bereits? Was funktioniert gut? Wo gibt es Unsicherheit? Welche Ergebnisse sind besser geworden? Welche Nutzung sollte gemeinsam geregelt, verbessert oder weiterentwickelt werden?
So wird aus individueller Nutzung ein gemeinsamer Lernprozess.
Die Untersuchung „How People Use ChatGPT“ von OpenAI und NBER unterscheidet unter anderem zwischen Asking, Doing und Expressing. Ein großer Anteil der Nutzung entfällt auf Asking, also auf Fragen, Orientierung, Klärung und Entscheidungshilfe. Der Anthropic Economic Index passt zu diesem Bild. Er zeigt, dass KI Nutzung häufiger unterstützend wirkt als vollständig automatisierend. Das ist interessant, weil KI oft als reine Automatisierungsmaschine diskutiert wird. Die tatsächliche Nutzung zeigt: Menschen verwenden KI häufig, um Gedanken zu sortieren, Informationen einzuordnen, Ideen zu entwickeln oder Entscheidungen vorzubereiten.
Unsere Einschätzung: KI ersetzt nicht nur Arbeit. KI verändert, wie Menschen denken, strukturieren und entscheiden. Das ist für Unternehmen besonders relevant. Denn der Wert von KI liegt nicht nur darin, Aufgaben schneller zu erledigen. Er liegt auch darin, bessere Fragen zu stellen, Perspektiven zu erweitern und Wissen nutzbarer zu machen.
Unser Tipp: Nutzen Sie KI bewusst als Reflexionspartner. Lassen Sie KI nicht nur Texte schreiben. Lassen Sie KI Annahmen prüfen, Alternativen entwickeln, Risiken sichtbar machen, Kundensichten simulieren oder eine Entscheidungsvorlage strukturieren.
So wird KI nicht nur schneller, sondern klüger eingesetzt.
KI wird nicht dadurch wirksam, dass sie verfügbar ist. Sie wird wirksam, wenn Menschen verstehen, was möglich ist. Wenn Unternehmen eigene Anwendungsfelder erkennen. Wenn Ideen methodisch sortiert werden. Wenn Ergebnisse dokumentiert werden. Und wenn Wissen in Teams, Organisationen und Netzwerke weitergetragen wird. Deshalb verstehen wir KI nicht nur als Technologiethema. Wir verstehen KI als Transferaufgabe. Von der Forschung hin zur Anwendung. Von reiner Technologie hin zu echten Prozesse. Von Impuls zu Entscheidung. Von Idee zu Use Case. Von Einzelwissen zu gemeinsamen Lernen.
Genau dafür braucht es Transferkompetenz.
Wir beschäftigen uns seit mehreren Jahren damit, wie neue Technologien in die Anwendung kommen. In Banken. In Unternehmen. In regionalen Netzwerken. In der Werkbank32. In Innovationsformaten, Lernreisen und Workshops. Unser Fazit: Der entscheidende Schritt ist selten der erste KI Versuch.
Der entscheidende Schritt ist die Übersetzung in den eigenen Kontext.
Auf unserer Seite zur Transferkompetenz zeigen wir, wie Technologietransfer mit besonderem Fokus auf KI gelingen kann. Dort geht es um wissenschaftliche Fundierung, Methoden, praktische Erfahrungen und die Frage, wie aus neuen Technologien konkrete Anwendungen werden.
Mehr zu unserer Transferkompetenz erfahren?